Museo Storico Navigale

Besuch am 12.9.2014, ca 2,5 Std., Der Besuch war mittel. Das Schifffahrtsmuseum verändert sich, man sieht ’s schon an den Plakaten, die jetzt in größerer Zahl hängen undmit Signalflaggen umrandet sind. Außerdem hat das Museum jetzt an einigen Wochentagen bis 17 Uhr geöffnet, nicht mehr nur bis 13 Uhr 30. Dafür kostet es jetzt 5.- €, nicht mehr wie früher 1,55 €. Für Handicaps ist es umsonst. An der Kasse saßen 2 junge Frauen, bei meinem letzten Besuch waren ca 8 MitarbeiterInnen im Eingangsbereich.

Ich glaube, auch weitere Änderungen ausgemacht zu haben, so eine Sonderausstellung mit Fotos und Texten über Venedig im 1. Weltkrieg aus verteidigungstechnischer Sicht. Man übt noch.

Das Hauptproblem des Museums ist aber nach wie vor ungelöst. Auf seinen 5 Ebenen zeigt es 237 Schiffsmodelle, die kleinen 50 bis 100 cm groß, die großen 8 – 10 m und mitunter auch raumhöhensprengend. Die sind alle wunderbar gemacht, man bewundert uneingeschränkt die Modellbauer, die sicher oft Jahre gebraucht haben. Oder ist das einfach nur völlig durchgeknallt? Egal. Muss es auch geben, und ich bin dankbar drum.

Während im Erdgeschoss und z.T auch noch im 1 Stock gesprochen wird, meist nach dem Grundmuster, Mann erläutert der Frau, Vater dem Kind, ist es in den oberen Stockwerken meist mucksmäuschenstill, es sei denn, ein Kind quängelt. Diagnose: völlig geplättet durch Schiffsmodelle. Man geht in den nächsten Saal nicht in angenehmer Erwartung, sondern mit der Vorstellung, wie viele Modelle wohl da stehen. Man kann ein Spiel daraus machen.

Dabei ist kaum ein Fortschritt sichtbar. Sicher, man erkennt die frühe Neuzeit, Segelschiffe, 19. Jahrhundert, Dampfer, Passagierschiffe und natürlich Kriegsschiffe. Schließlich ist der Träger des Museums die Kriegsmarine.

Es werden auch Ansätze erkennbar, wie denn nun Schiffe gebaut werden. Aber das bleiben Ausnahmen. Warum erklärt man denn nicht an Hand der Modelle, wie z.B. so ein Segelschiff funktioniert hat, welche Entwicklungen durchlaufen wurden, worin diese Verbesserungen bestanden, wie so ein Kriegsschiff, wie Schifffahrt überhaupt funktioniert.

Das würde die Betrachtung der Modelle bedeutend intensivieren. Zudem würde die Hälfte der Modelle oder noch weniger genügen, dafür in einen didaktisch sinnvollen Kontext gestellt. Es kommen ja noch viele andere Modelle hinzu: Geschütze, venezianische Festungen auch im Detail. Und Waffen, Kanonen, Musketen, Säbel, Torpedos, Uniformen, Orden, Fotos und Gemälde von Schlachten, Häfen und irgendwelchen Seehelden.

Da Exponate ein gewisses Stehvermögen haben, v.a. aufwendige Modelle, bringt man sie so schnell nicht wieder weg. Die Geister die ich rief… In der Ebene 3 dann sogar drei echte Gondeln sowie Schiffe und Boote der Lagune. Man kann sich vorstellen, welch eine Überwindung das für die Marinemilitärs gekostet hat, in ihrem Museum… Zählt doch ein Vaporetto oder sonst ein Lagunegefährt nicht zu dem, was sie zur Rubrik Schiff zählen.

Hinzu kommen einzelne Sonderbereiche wie fernöstliche Boote, Wikinger, skandinavische Boote. Bei der Muschelausstellung ganz am Ende hab ich dann die Segel gestrichen, obwohl sehr schöne Stücke dabei sind. Den Schiffspavillon um die Ecke habe ich mir für ein andermal aufgehoben. Es reicht.

13.9.2014 GW

Sept. 2015: Nachtrag: Das Hauptgebäude wird derzeit umgebaut, offen hat nur der Schiffspavillon