Leserbrief 23.4.2013

Leserbrief

Recht unscheinbar kommt daher, was einen tiefen Einschnitt in der Fürther Kulturlandschaft nach sich zieht: „…soll die Museumslandschaft der Kleeblattstadt neu strukturiert werden.“(FN, 22.4.13)

Wieso ist es notwendig, dem Stadtarchiv neben dem Stadtmuseum das Rundfunkmuseum auch noch zuzuordnen? Ein Archivar wird letztendlich Chef in einem Rundfunkmuseum. Das ist museumsdidaktische Steinzeit.

Ein Museum muss vor Ort von verantwortungsbewusstem, engagiertem und qualifiziertem Personal geleitet werden. Jetzt besteht die Gefahr, dass das Rundfunkmuseum, das in über 20 Jahren als lebendiges Alltagsmuseum des 20. Jahrhunderts mühevoll aufgebaut wurde und vom Publikum gut angenommen wird, mittel- und langfristig zerstört wird.

Über 19.000 Besucher waren es im letzten Jahr, über 90.000 in den vergangenen fünf Jahren. Fast so viele wie im Stadtmuseum, im Jüdischen Museum und in der Galerie zusammen. Erfolgreiches Handeln zählt nicht.

Wenn man kulturelle Einrichtungen primär unter ihrem Einsparpotential betrachtet, dann ist die Entwicklung Fürths zu einer Schlafstadt vorgegeben. Das Rundfunkmuseum ist nicht das erste unrühmliche Beispiel dieser Linie. Man muss sich im Rathaus entscheiden, ob man Kultur will – und was einem diese Kultur wert ist. Sonst sollte man so ehrlich sein und die Leute gleich nach Nürnberg schicken. Das kommt – vordergründig – billiger.

Die Selbständigkeit des Rundfunkmuseums mit dem Finanzvolumen zu erhalten, das auch bisher verwendet wurde – das war wahrlich keine große Forderung des Rundfunkmuseums für die Zeit nach meinem Ausscheiden. Der Stadtspitze ist es offenkundig zu viel.

Gerd Walther

Museumsleiter

23.4.2013

Ich bitte, den Leserbrief vollständig wiederzugeben. Eine redaktionelle Bearbeitung ist nicht erwünscht.

Der Leserbrief wurde nicht veröffentlicht, auch andersweitig wurde er nicht berücksichtigt.

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