Tätigkeitsbericht Gerd Walther, Leiter des Rundfunkmuseums Fürth

Vorbemerkung

Nachdem mich das Rundfunkmuseum mit Mail vom 21.12.2020 im Rahmen der Datenschutzgrundverordnung um „eine kurze Zusammenfassung der Tätigkeit als Museumsleiter mit Zeitangaben“ gebeten hat und ich es schade fände, wenn diese auf Nimmerwiedersehen in irgendwelchen Ablagen verschwindet,

und nachdem der zuständige Redakteur der Fürther Nachrichten meine fast 30jährige Tätigkeit auf den Begriff der „Kärnerarbeit“ (FN, 28.11.2020) reduziert, weil er mangels Sachkenntnissen eine Negativfolie für das geplante Deutsche Rundfunkmuseum braucht,

habe ich mich entschlossen, diesen Tätigkeitsbericht unverändert zu veröffentlichen, gibt er doch tiefe Einblicke in die Museumsarbeit in der Provinz. (Die Fotos mit Beitexten wurden erst bei der Veröffentlichung hinzugefügt.)

Genauere Angaben zu den Veranstaltungen und Ausstellungen kann man den einzelnen Ausgaben der Zeitschriften ‚Kleeblatt-Radio‘ (1992-2004) und ‚Rundfunk und Museum‘ (ab Januar 2005) entnehmen. In der Regel erschienen 4 Ausgaben pro Jahr.

Tätigkeitsbericht

Gerd Walther, geb. 13.April 1950 in Fürth

Studium Geschichte, Deutsch, Sozialkunde

1. und 2. Staatsexamen erfolgreich abgeschlossen

1984 Eintritt ins Stadtmuseum Fürth als Museumsführer

Juli 1987 Ausstellung ‚Radio-Geschichte‘ im Stadtmuseum, Sammlung Ludwig Schroll

September 1987 Stadtratsbeschluss zum Aufbau eines Rundfunkmuseums in Fürth

Mai 1988 Wechsel vom Stadtmuseum als ABM-Kraft zum Aufbau des Rundfunkmuseums

Anfang 1989 Scheitern der Verhandlungen mit Herrn Schroll, der seine Sammlung zurückzieht.

Das Museum lag im Erdgeschoss, Büro und Lager in unrestaurierten Räumen im Dachgeschoss
Aus: Kleeblatt-Radio

Aufbau einer städtischen Sammlung durch Exponat-Spenden von Grundig, Metz, Quelle und aus der Bevölkerung.

Kirchweih 1989 Ausstellung ‚NachkriegsFürth – Die Kleineleutegroßstadt‘ mit City-Center mit fast 13.000 Besuchern „überaus erfolgreich“ (FN, 26.10.1989). Dazu eine Broschüre.

September 1990 Erwerb von über 400 seltenen Geräten der Sammlung Freundlieb/Herten.

23. Oktober 1990 Gründung eines Fördervereins, nachdem bereits vorher ein loser Zusammenschluss von Interessierten mit regelmäßigen Treffen erfolgt war. Viele Jahre war ich als Geschäftsführer im Vorstand des Fördervereins.

Mai 1992 Bundeskongress der Gesellschaft der Rundfunkhistoriker GFGF in Fürth

Zusammenarbeit von Förderverein und Volkshochschule Fürth bei Vorträgen und Exkursionen zur vergleichbaren Museen

Herausgabe der 1. Ausgabe Zeitschrift ‚Kleeblatt-Radio‘ des Museums in Kooperation mit dem Förderverein. Viele Jahre war ich Chefredakteur der Zeitschrift. Vierteljährliches Erscheinen zunächst v.a. zur Rundfunkgeschichte im Großraum, mit Museumsführern und v.a. mit Hintergrundinformationen zu den Sonderausstellungen des Museums.

Juli 1992 Ausstellung ‚American Radio‘ im City-Center

1993 Aufbau des Rundfunkmuseums im Marstall mit einem Etat von 190.000 DM und sehr viel Eigenleistung auch aus dem Förderverein.

Die Rauminstallation zum Volksempfänger (in der Kurgartenstraße) wurde etwas kleiner schon 1993 in Burgfarrnbach konzipiert
Foto: Doc Bendit, 2007, in FürthWiki, Artikel Rundfunkmuseum

Mai 1993 Ausstellung ‚Max Grundig – eine Lebens-, Werk- und Stadtgeschichte‘ im City-Center

29.10.1993 Eröffnung des Rundfunkmuseums im Erdgeschoss des Marstalls in Burgfarrnbach mit 280 qm Ausstellungsfläche.

Januar 1995 Ausstellung ’60 Jahre Tonband‘

März 1995 Ausstellung ‚Bomben und Baldrian – Rundfunk im 2.Weltkrieg‘

Juni 1995 Ausstellung ’50 Jahre Grundig – der deutsche Nachkriegs-Heinzelmann‘

Grundig Werk 1 an der Kurgartenstraße in einer frühen Aufnahme. Die Direktion war auch 2001 eng von Gebäuden umgeben. In diesem Heft wurde das Konzept des geplanten Museums vorgestellt.
aus: Kleeblatt-Radio

August 1995 Ausstellung ’50 Jahre Programm für Bayern – eine Ausstellung des Bayerischen Rundfunks‘

Oktober 1995 Ausstellung ‚Liselotte Wilke – Lale Andersen – Lili Marleen‘, Kooperation mit dem Kino Babylon

ca. November 1995 Beginn der Vermietungen des Museums, 1. Vermietung Bayerischer Journalistenverband, 2. Vermietung Firma Metz, danach an Privatpersonen. Sukzessiver Ausbau dieser Form des Museumsbesuchs. Vermietungen boten einen hochwertigen und authentischen Museumsbesuch, da zu Radio und Musik immer auch gefeiert und getanzt wurde. Besucher konnten sich in angenehmer Atmosphäre im Laufe der Feier ‚die Beine vertreten‘, ihre Geschichte im Museum erleben und darüber plaudern. Es wurde nie ein Raum vermietet, sondern immer das Museum.

Januar 1995 Ausstellung ‚UKW – Welle der Freude‘

April 1996 Ausstellung ‚Der konservierte Ton – von Edison zur CD‘

Juli 1996 Ausstellung ‚Radio Braun – Braun Design‘

Die Rauminstallation zu Lili Marleen/Lale Andersen (hier in der Kurgartenstraße) mit einem originalen Bühnenkleid von Lale Andersen entstand ebenfalls allmählich in Burgfarrnbach. Auch Installationen müssen sich entwickeln können.
Foto: Doc Bendit, 2007 in FürthWiki, Artikel Rundfunkmuseum

Okt. 1996 Ausstellung ‚Radio Pruy – Rundfunkhandel seit 1923‘ dazu eine Buchveröffentlichung von mir

März 1997 Ausstellung ‚Das Tefifon‘

Mai 1997 1. Kindergeburtstag im Museum. Das Rundfunkmuseum war die 1.Kultureinrichtung im Großraum mit diesem Veranstaltungsformat. Sukzessiver Ausbau.

November 1997 Veranstaltungsreihe ‚Spiele-Nachmittag‘ im Museum‘ an Samstagen als Familienprogramm mit Brett- und anderen Spielen rund um Radio und Fernsehen.

Juli 1997 Ausstellung ‚Reisezeit – Radiozeit – Mit dem Kofferradio unterwegs‘

Oktober 1997 Ausstellung ’50 Jahre Unterhaltungselektronik bei Metz‘

Jan 1998 Ausstellung ‚“Achtung, Achtung! Erste Luftlagemeldung“ Fürth im 2.Weltkrieg‘

Juli 1998 Aufstellung des Mittelwellen-Großsenders von 1940 in der Dauerausstellung

Der 100 Kilowatt Mittelwellensender des Großsenders Hamburg von 1940 (hier in der Kurgartenstraße), inzwischen aus dem Museum entfernt.
Foto: Doc Bendit, 2007 in FürthWiki, Artikel Rundfunkmuseum

Juli 1998 Ausstellung ‚Geschichte des Volksempfängers‘

Okt. 1998 Ausstellung ’75 Jahre Rundfunk in Deutschland – 5 Jahre Rundfunkmuseum‘

1998 (-2001) Beginn der Vermietungen von Ausstellungen (meist 14 Tage) v.a. an Einkaufscenter, u.a. bei Dinkelsbühl (1.Vermietung, Rathaus), Cottbus, Deggendorf, Göttingen (2x), Halle, Hannover, Jena, Kiel, Krefeld, Leipzig, Nürnberg, Saarbrücken, Stralsund (2x), Weißenfels. Die lukrative und werbewirksame Ausstellungsform musste eingestellt werden, da die Stadt ihre auch gegenüber der ‚Landesstelle nichtstaatliche Museen‘ gemachten Zusagen zur Personalausstattung des Museums an der Kurgartenstraße nicht einhielt.

Januar 1999 Ausstellung ‚Vom Musikautomaten zur Jukebox‘

Mai 1999 Ausstellung ‚Mit Stolz, Zuversicht und Optimismus – Radioproduktion in der DDR` im Museum und City-Center. Die Ausstellung wurde zur Vermietung in den Neuen Bundesländern konzipiert.

Juli 1999 Ausstellung ‚Abenteuer Radio – mit der Kurzwelle auf Weltempfang‘

Oktober 1999 Ausstellung ‚Geschichte des Autoradios‘

Januar 2000 Ausstellung “Schwarz-weiß, aber aktuell – die Anfänge des Fernsehens‘

Mai 2000 Bundeskongress der Gesellschaft der Rundfunkhistoriker GFGF in Fürth

Juli 2000 Aufbau der Internet-Präsentation des Museums

Ende 2000 Ausstellung ‚Gag-Radios‘

April – November 2001 Umzug und Einrichtung des Museums an der Kurgartenstraße auf 1050 qm Ausstellungsfläche. Schwierige äußere Bedingungen durch jahrelange Abrissarbeiten im Umfeld und eine schlechte Erreichbarkeit des Museums. Erst 2009 entstand mit einem Durchbruch durch das Verwaltungsgebäude ein geeigneter Zugang von der Kurgartenstraße.

Das Museum im Jahr 2001, links u.a. Lehrwerkstätten, dahinter auch, davor (links, ebenfalls nicht sichtbar) die Halle A
aus: Kleeblatt-Radio

2002-2004 wurden kleinere Ausstellungen konzipiert zur Nachjustierung und allmählichen Umstrukturierung der Dauerausstellung jeweils im zugehörigen Bereich:

  • April 2002 Ausstellung ‚Dieter Rams – Design für Braun‘
  • August 2002 Ausstellung ‚Rechenstab-Rechenschieber‘ Sammlung Stümpfl
  • August 2002 Überarbeitung des Ausstellungsbereichs ‚Fernsehen‘ mit Geräten vor 1939
  • Oktober 2002 Ausstellung ‚Taschenfernseher‘ Sammlung Günthör
  • Februar 2003 Ausstellung ‚ Die größte Ausstellung kleiner Radios‘ Sammlung Knezevic
  • Juni 2003 Ausstellung ‚Tonomat – Musikboxen aus Deutschland‘
  • August 2003 Ausstellung ‚Die Schlacht um Lili Marleen‘
  • August 2003 Ausstellung ‚Wenn die Musikbox dröhnt‘
  • Oktober 2003 Ausstellung ‚Jazz im Dritten Reich‘
  • Dezember 2003 Ausstellung ‚Radiowelten in Puppenstuben‘ Sammlung Söll
  • März 2004 Ausstellung ‚Brionvega – Design aus Italien‘ Sammlung Losehand
  • Juni 2004 Ausstellung ‚1954 – zwei Fürther in Bern‘
  • August 2004 Ausstellung ’50 Jahre Fernbedienung‘
  • Juni 2005 Ausstellung ‚Fernsehen 1928 – 1939. Vom Experiment zum Programm‘

Oktober 2002 Eröffnung der Kinderführung ‚Tuner und Woofer‘ mit Beiheft und Audiostationen.

März 2003 Ausstellung ‚Ludwig Erhard – Wirtschaftsminister und Bundeskanzler aus Fürth‘

April 2003 Ausstellung ‚Radiodesign heute‘ mit Entwürfen von Produktdesign-Studenten der Bauhaus-Universität Weimar.

April 2003 Start der Reihe ‚Das Portrait‘ mit Bildern, Texten, Ton- und anderen Dokumenten einzelner Künstler im wöchentlichen Wechsel bei einer Neuvorstellung pro Monat: Abba, Hans Albers, Lale Andersen, Louis Armstrong, Fred Bertelmann, Enrico Caruso, Drafi Deutscher, Lilian Harvey, Audrey Hepburn, Heinz Erhardt, Hildegard Knef, Peter Kraus, Zarah Leander, Marilyn Monroe, Nena, Bill Ramsey, Otto Reutter, Marika Rökk, Rudi Schuricke, Rosita Serrano, Richard Tauber, Vico Torriani, Catarina Valente

Jahrelang dauerten die Abbrucharbeiten der umliegenden Gebäude, hier Schutt der Halle A. Die Gebäude wurden zunächst eingerissen, dann die großen Einheiten auf Brocken verkleinert (Foto), diese auf Grobkorngröße geschreddert. Alles vor Ort.
aus: Kleeblatt-Radio

Mai 2003 Ausstellung ‚100 Jahre Telefunken‘

September 2003 Ausstellung ’80 Jahre Loewe – 80 Jahre Rundfunk in Deutschland‘

November 2003 Ausstellung ’80 Jahre Rundfunk – 80 Jahre Hörspiel‘ in Kooperation mit dem Bayerischen Rundfunk. Danach dauerhaft im 14-tägigen Wechsel wichtige Hörspiele aus der Geschichte des Hörspiels.

Februar 2004 Ausstellung ‚Kinderspiele rund um Radio und Fernsehen‘

April 2004 Ausstellung ‚Manfred von Ardenne und Walter Schottky – Zwei Wissenschaftler und der Rundfunk‘

Juni 2004 Ausstellung ‚Der Volksempfänger – Mythos und Wirklichkeit‘

November 2004 Ausstellung ‚Die Weihnachtsringsendung – Nationalsozialistische Rundfunkpropaganda im 2.Weltkrieg‘

(Februar 2005 betraut mich Oberbürgermeister Jung mit dem Umzug inkl Neukonzeption des Stadtmuseums in der Innenstadt. Am 1.Juli 2006 werde ich offiziell Leiter beider Museen, die organisatorisch vereint werden. Der Stadtrat beschließt mein Konzept. Im Sommer 2006 erfahre ich von einer Erkrankung an einem bösartigen Tumor. Nach Verschlechterung melde ich mich im Januar 2007 krank. Im März 2007 operiert, erfahre ich, dass noch im März die Leitung des Stadtmuseum einer anderen Person angeboten wurde. Nach meiner Genesung bleibt mir die Fortführung meiner Tätigkeit am Stadtmuseum untersagt. Im Juli wird das Stadtmuseum in den Verbund des Stadtarchivs rückgeführt. Im Oktober 2007 wird die im März befragte Person mit dem Stadtmuseums offiziell betraut.)

Ausstellungsbereich Kofferradios
Foto: Doc Bendit 2007 in FürthWiki, Artikel Rundfunkmuseum

Februar 2005 Ausstellung ‚Rückkehr in die Fremde? Remigration und Rundfunk in Deutschland 1945 – 1955‘ in Kooperation mit der ‚Arbeitsgemeinschaft selbständiger Kulturinstitute‘, dem Deutsche Rundfunkarchiv und dem Hans-Bredow-Institut, Hamburg

April 2005 Ausstellung ‚Willi M. – ein „Rundfunkverbrecher“ vor und nach 1945‘, dazu erschien eine gesonderte Broschüre

Juni 2005 Ausstellung ‚Freddy Quinn und die wilden 1950er in Fürth‘

Juni 2005 ‚Radio-Impressionen‘ in der Dauerausstellung. 50 große Detailaufnahmen von Radios des Fotografen Wolfgang Geyer bei den Geräten sollen die Besucher zum genauen Hinschauen animieren.

Juni 2005 Illumination des Museums durch beleuchtete Firmenlogos nach Fotos von Wolfgang Geyer in den Fenstern, das Türmchen leuchtete blau

Museumsplakat mit illuminiertem Museum, 2005
Foto: Wolfgang Geyer

September 2005 Ausstellung ‚Musikautomaten – der schöne Klang von damals‘ Sammlung Bundle

November 2005 Ausstellung ‚Gute Nacht Mutter – Das Wunschkonzert im 2.Weltkrieg‘

Februar 2006 Ausstellung ’80 Jahre RadioHörerBilder. Kann man sehen, wie man hört(e)?‘

Mai 2006 Ausstellung ‚Zur Geschichte der Fußballreportage‘ in Kooperation mit dem Institut für Theaterwissenschaften, Uni Erlangen.

September 2006 Ausstellung ‚Radio-Giganten – Deutsche Spitzenradios 1935–1965‘

November 2006 Ausstellung ‚Teenager, Nietenhosen, Petticoat und Rock’n’Roll – BRAVO 1956 – 1966‘

Plakat unbekannter Herkunft einer Besuchergruppe

Dezember 2006 Neuer Ausstellungsbereich ‚Fernsehforschung. Wie die „Quote“ errechnet wird‘ in Kooperation mit der ‚Gesellschaft für Konsumforschung GfK‘.

März 2007 „Schauplatz Hörspiel. Bilder – Töne – Technik‘ in Kooperation mit Deutschlandradio und dem Deutschen Technikmuseum, Ausführung Karin Falkenberg.

Juni 2007 Ausstellung ‚Vom Kinopalast zum Pantoffelkino. Als Fürth Hauptstadt der Fernsehgeräteherstellung war‘

Juli 2007 Eröffnung der Amateurfunkstation DL 0 RFM im Rundfunkmuseum

Juli 2007 Ausstellung ‚Elvis, mein Elvis‘

Oktober 2007 Ausstellung ‚Herbert Hisel – jou werkli‘

Oktober 2007 Teilnahme an der 1. ‚Langen Nacht der Wissenschaften‘, seitdem immer.

Februar 2008 Ausstellung ‚100 Jahre Funkfernsteuerung‘

Mai 2008 Ausstellung ‚Happy Birthday, Max Grundig *7.Mai 1908‘

August 2008 verstarb der Doyen der Fachliteratur zu Funk und Rundfunk, Prof. Karl Tetzner, (Ehren-)Präsident des internationalen Journalistenverbands UIPRE, der dem Rundfunkmuseum seit langem eng verbunden war. Das Museum erwarb sein Archiv.

November 2008 Ausstellung ‚„…mächert ich a…“ 70 Jahre Metz‘

Detail aus der Sonderausstellung zu den Jugendzeitschriften ‚BRAVO und Jugendlust‘ 2011
Foto: Gerd Walther

2008: Nach einer am 7.4.2009 in der Nürnberger Zeitung öffentlich geäußerten Kritik des Oberbürgermeisters Dr. Jung an mir fasste ich in einem Schreiben an ihn die Museumsaktivitäten 2008 (ca 300 Öffnungstage) zusammen:

  • 17.977 Besucher, davon 16.239 zahlende.
  • 72 Schulklassen mit 4 verschiedenen Programmen,
  • 125 Kindergeburtstage, 95 Kinderhörspiele bei Geburtstagen oder mit Schulklassen.
  • 400 Führungen, davon 163 für Erwachsene.
  • 105 Vermietungen des Museums – insgesamt 374 Veranstaltungen,
  • 3 große Ausstellungseröffnungen und 3 Finissagen
  • 5 Großveranstaltungen
  • „Und natürlich kommt noch der ’normale‘ Museumsalltag hinzu, Beantwortung von Fragen und und und…“ (vgl. auch meine Broschüre ‚It’s time to say Good-bye‘, 2014, S. 14ff)
Vitrine in der Ausstellung ‚American Dreams‘ 2012.
Wer am Vitrinenmaterial ‚Dexion‘ hängen bleibt, ist selbst schuld. Die Texion-Schienen waren der Grundbaustein im gesamten Technikbereich bei Grundig (und sehr vielen anderen Firmen) etwa in der Halle A oder den Lehrwerkstätten 50 m neben dem Museum (vgl. FN Fotoserie Metamorphosen der Uferstadt, Foto 12). Deshalb wurde es als authentisches Material ins Museum übernommen, zumal die Stadt die Mittel für den Ausbau des Museums gekürzt hatte. Aber das war sekundär.
Foto: Wilfried Krautz CCCF (wahrscheinlich), 2012

2009 das Museum wird nicht in die Zentralgarage in der Innenstadt verlagert (OB Jung), sondern bleibt am Standort. Kauf des bisher angemieteten Gebäudes durch die Stadt.

September 2009 Ausstellung ‚„Eine Insel im Wellenmeer“. 60 Jahre Studio Franken des Bayerischen Rundfunks‘ in Kooperation mit dem Bayerischen Rundfunk, Studio Franken

September 2009 Ausstellung ‚Emigranten im Auslandsrundfunk 1939-1945‘ in Kooperation mit dem Deutschen Rundfunkarchiv

November 2009 Einführung der Audio-Guides im Rundfunkmuseum mit einer allgemeinen Tour zur Rundfunkgeschichte, diese auch auf englisch, der Kinderführung mit ‚Tuner und Woofer‘ sowie einer Sende(r)geschichte am Beispiel des Bayerischen Rundfunks.

März 2010 Ausstellung ‚Sei auf Draht ‚ … wie die Nachrichten durch die Eisenbahn schneller wurden‘ zur Geschichte der drahtgebundenen Nachrichtenübermittlung und der Bedeutung Fürths durch die (Wieder-)Entdeckung der elektrischen Leitfähigkeit der Erde in Fürth an der Ludwigseisenbahn durch Steinheil.

Oktober 2010 Ausstellung ’50 x IFA‘ (Internationale Funkausstellung), in Kooperation mit der ‚Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselectronic gfu‘.

Dezember 2010 Neugestaltung des Ausstellungsbereichs zur frühen Geschichte von der drahtgebundenen zur drahtlosen Nachrichtenübermittlung in Signalen, Wort und Bild mit einem Nachbau der Ludwigseisenbahn und Sendern aller einschlägigen deutschen Hersteller: Telefunken, Lorenz, Rohde &Schwarz. Inzwischen entfernt.

Februar 2011 Ausstellung ‚Musiktruhen – Giganten im Wirtschaftswunder-Wohnzimmer‘

Ab ca 2011 (Bastel-)Programme der ‚Jugend-Technik-Akademie‘ im Museum

Juli 2011 Ausstellung ‚BRAVO und Jugendlust‘

Oktober 2011 Ausstellung ‚Alles Gute, Conny Wagner – lebenslänglich on stage‘

Oktober 2011 Neugestaltung der TV-Dauerausstellung ’60 Jahre Grundig TV‘

März 2012 Ausstellung ‚Stift, Lehrling, Azubi bei Grundig, Metz Co‘

April 2013 seit dem letzten Kinderfest vor einem Jahr produzierten Kinder 142 Hörspiele.

Mai 2012 Neugestaltung der Dauerausstellung ‚Rundfunk im 2.Weltkrieg‘ u.a. mit einer Fliegerbombe

Juni 2012 Ausstellung ‚ American Dreams – Straßenkreuzer trifft Rock-Ola‘ in Kooperation mit dem ‚Classic Car Club Franken e.V.‘

Februar 2013 nach den diversen Umgestaltungen erscheint ein neuer Museumsführer.

April 2013 zum 2.Mal wurden über 2000 Besucher/Monat gezählt: 2021. (Nov. 2012: 2391)

Mai 2013 Eröffnung des neu gestalteten Ausstellungsbereichs ‚Gegenwart und Zukunft‘ in der Dauerausstellung ‚3D-Home-Cinema‘ u.a. mit einem 3D-Beamer.

21. Juni 2013 Überraschender Versuch des Oberbürgermeisters Dr. Jung, mich als Museumsleiter abzusetzen und andernorts in der Stadt einer untergeordneter Tätigkeit zuzuführen mit Erteilung eines Hausverbots und Austausch der Schlösser im Museum.

(23. Juni 2013 Veranstaltung ‚American Dreams 2‘ ohne meine Anwesenheit)

September 2013 Das Arbeitsgericht hebt alle Maßnahmen auf, ich werde gleichzeitig von Arbeitsleistung freigestellt und gehe wie geplant zum 31.12.2013 als Leiter des Rundfunkmuseums der Stadt Fürth in Rente.

Herr Boll schrieb am 28.11.2020 in der FN: „…das Haus blieb stets… eine Geräteschau, ein Tüftlertreff…“. Ein begnadeter Geist braucht eben keine Realität. Aber einem Deutschen Rundfunkmuseum könnte ein verantwortungsbewusster Kulturredakteur in der Lokalzeitung nicht Schaden. Man kann schlecht in der 1.Liga spielen, wenn der Schiedsrichter in der Kreisklasse daheim ist. Da mag der sich noch so aufblasen.

Die Entwicklung der Besucherzahl im Rundfunkmuseum (wie auch bei meiner Arbeit am Stadtmuseum 1984-87) von 1993 bis 2012. Im Juni 2013 lag die Besucherzahl mit 9541 um 410 über dem Juni 2012, so dass 20.000 Besucher zum Jahresende 2013 wohl erreicht worden wären.

Regelmäßige Großveranstaltungen des Rundfunkmuseums

  • ca April oder Juli Kinderfest mit Vergabe des Oskar-Goller-Hörspielpreises
  • ca. Mai Internationaler Museumstag – später als Tag der Technik gestaltet
  • ca Juli Schulradiotag der Landeszentrale für neue Medien (ab 2012)
  • ca September Große Radio-Börse
  • ca Oktober Lange Nacht der Wissenschaften (alle 2 Jahre)
  • ca November Museumsfest zum Jubiläum von Rundfunk und Rundfunkmuseum
Das Rundfunkmuseum bei der Veranstaltung ‚American Dreams‘ 2012 an der Kurgartenstraße. Einer der wenigen, die sich 2009 für einen Umzug in die Innenstadt aussprachen, war Herr Boll. Für ein Rundfunkmuseum in Fürth ist die Kurgartenstraße der authentische Standort. Aber Authentiziät ist in jeder Hinsicht ein Fremdwort für Herrn Boll.
Foto: Wilfried Krautz CCCF (wahrscheinlich) , 2012

Nach bestem Wissen und Gewissen

Gerd Walther

ehem. Leiter des Rundfunkmuseum der Stadt Fürth

ehem. Leiter des Stadtmuseums Ludwig Erhard

28.12.2020