Spielzeugmuseum

Nürnberg – Spielzeugmuseum

Besuche am 5.1.2014, und 11.1.2015 jeweils 2 Stunden – und auch früher schon mehrfach. Das Museum war gut besucht, viele Familien mit kleinen Kindern so bis ca. 10 Jahre. Das Museum ist auf vier Etagen in einem großen Haus untergebracht, dazu kommt neben dem Haus (wohl nur bei gutem Wetter) eine Freifläche zum Spielen.

Das Spielzeugmuseum hat das Grundproblem fast allen Spielzeugs: Das Kind bekommt z.B. eine Spielzeugeisenbahn geschenkt, die Erwachsenen spielen damit, das Kind muss zuschauen, es könnte ja etwas kaputt machen. Das Kind ist frustriert.

Ein Beispiel aus meinem Besuch 2014: Kind nervt die Eltern, es wolle jetzt endlich gehen, „da funktioniert ja nichts“. Das Kind wird zum Besuch des Museums damit geködert, dass es sich Spielen vorstellt. Es merkt aber schon im Eingangsbereich, dass fast alles hinter Glas ausgestellt ist. Die Hoffnung auf eine Besserung in den oberen Etagen wird kaum erfüllt, das Kind ist spätestens ab der 3. Etage gelangweilt. Aber es ändert sich allmählich.

Ein bisschen lieblos ist das schon Foto: Gerd Walther

Ein bisschen lieblos ist das schon
Foto: Gerd Walther

Das Museum hat natürlich sehr schöne und entsprechend wertvolle Exponate, die zu schützen sind. Ansprechpartner sind derzeit noch v.a. Erwachsene, obwohl viele Kinder da sind. Erwachsene, insbesondere Sammler, wollen schauen. Kinder wollen spielen. Das ist derzeit auf den einzelnen Etagen eher in zaghaften Ausnahmefällen möglich. Warum geht man nicht her und schafft in der Mitte jeder Etage richtige Spielinseln. Die Ikea macht’s doch vor in ihrem Café, sogar inkl. kleiner Puppenküchen. Ist das Kind zufrieden, können auch die Erwachsenen das Museum genießen, mit einem quengelnden Kind nicht.

Dazu müsste man zwar in der Raummitte jeweils 2-3 Vitrinen opfern. Aber müssen denn etwa 40 Puppenstubenkaufladenküchenhäuser wirklich sein? Auch wenn sie, fraglos, von sehr hoher Qualität sind? Sollte man nicht vielmehr die Sichtweise intensivieren, indem man bei einem reduzierten Angebot verschiedene Blickwinkel anbietet. Derzeit hat man immer nur eine Draufsicht. Eine Änderung wäre möglich, wenn man mit steuerbaren Miniaturkameras und Monitoren arbeiten würde, auf Puppenaugenhöhe sozusagen.

Beim Film zur Miniatureisenbahn, die sehr schön aussieht, aber leider nur einmal im Monat in Betrieb ist, hat man das gemacht. Durch die neue Sehrichtung werden Spannung und Schau-Lust erzeugt. Man fährt optisch mit. Das ließe sich übertragen.

Eine Etage höher Foto:  Gerd Walther

Eine Etage höher
Foto: Gerd Walther

Auch auf anderem Gebiet sind positive Veränderungen zu bemerken (vielleicht hatte ich das früher auch nur übersehen). Jetzt kann man in einigen Räumen an Stelen Spielzeug anklicken, das nebenan ausgestellt ist, so dass man es in seiner Spiel-Bewegung sieht. Das sollte unbedingt ausgedehnt werden, wobei ich es besser fände, wenn Kinder die Spielsachen bedienen. Denn Spielzeug ist ja nichts, was im Regal stehen sollte. (Mutti will halt immer, dass aufgeräumt wird, Kind begreift das nicht.) Spielzeug zeigt erst in der Bewegung die Finesse seiner Konstruktion und seine eigentliche Schönheit.

Derzeit können in der 4. Etage noch die Kinder als eigentliche Adressaten für Spiele am Rande des eigentlichen Museums ‚geparkt‘ werden. Die Spielzeuggeschichte wird vom realen Spielen abgehängt, statt beides in den jeweiligen Etagen miteinander organisch zu verbinden. Aber wie gesagt, es sind mehrere Ansätze zu erkennen, dass sich das Spielzeugmuseum in eine positive Richtung verändert.

Nicht jedem wird’s gefallen. Das ist die Grundfrage: Wem gehört das Spielzeugmuseum? Den Spielenden oder denen, die allzu oft im Spielzeug v.a. eine andere Form von Geld sehen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s