Neues Museum

Nürnberg – Neues Museum – Ausstellung Gerhard Richter: Ausschnitt (bis 22.2.2015)

Besuch am Donnerstag, 12.2.2015, ca 2,5 Stunden für die Ausstellung (1,5 Std) und das Museum. Das Museum hatte ich schon mehrfach besucht. Das Neue Museum heißt offiziell ‚Staatliches Museum für Kunst und Design in Nürnberg‘. Gerhard Richter ist ja ein bekannter Künstler, so dass der große Andrang – man musste aber nicht warten – nicht verwundert. Erfreulich ist überhaupt, dass eine Richter-Ausstellung nach Nürnberg kommt. Die Ausstellung war gut besucht, es haben sich wenige Besucher ins Museum ‚verlaufen‘.

Nun ist das mit moderner Kunst so eine Sache. Das kennen die Museumsmacher wohl, weshalb es ein 50 Seiten A6 umfassendes Beiheft gratis gibt, in dem zu den einzelnen Bildern Erläuterungen gegeben werden. Das ist sehr löblich. Aber nun steht ein Großteil der Besucher in der Ausstellung vor den Bildern und liest und liest und schaut ab und zu mal auf, ob’s wohl so ist. Man könnte natürlich ein Schild (oder mehrere) aufstellen mit der Aufschrift „Bitte schauen. Lesen können Sie auch zu Hause.“ Oder man gibt ein Blatt heraus mit maximal 5 Ein-Satz-Thesen zur Betrachtung von moderner Kunst. Ob’s hilft?

Foto: Gerd Walther

Foto: Gerd Walther

Bringen die Texte überhaupt etwas zur Betrachtung der Bilder? Ich glaube eher nicht, habe sie aber erst zu Hause gelesen. Ein Crash-Kurs Gerhard Richter. Wer sich mit zeitgenössischer Kunst eh‘ schon auskennt, kann damit umgehen, braucht’s aber nicht. Für die, die’s bräuchten, sind die Erläuterungen und Zitate ein sehr harter Brocken.

Das Neue Museum besuche ich schon lange alle Jahre ca einmal, meist ist mehr Aufsichtspersonal da als Besucher. Dabei hätte die Ausstellung – sowohl Design als auch Gegenwartskunst – mehr verdient. Ab und zu werden einzelne Räume neu bestückt.

Diesmal sind mir zwei Räume zur Design-Geschichte des Fernsehers aufgefallen, sehr puristisch, die Geräte stehen auf unterschiedlich hohen Stapeln funkelnagelneuer Paletten. Man ist ohne jegliches Beiwerk auf die Geräte bzw. auf deren äußere Gestalt bezogen, hat eine hervorragende Auswahl getroffen, und ich kann als ehemaliger Leiter eines Rundfunkmuseums auch viel damit anfangen. Normalerweise liegen – auch das ist sehr löblich – Blätter zum Mitnehmen mit einer Kürzestbeschreibung aus: Baujahr, Hersteller, evtl. Designer, manchmal ein kurzer Text. Reicht ja auch für’s erste. Wer neugierig wurde, kann’s zu Hause im Internet vertiefen. Aber der Zettelkasten ist leer und das auch in mehreren anderen Räumen, fast der Hälfte. Das sollte einem Museum wie dem Neuen Museum nicht passieren.

Foto: Gerd Walther

Foto: Gerd Walther

Wer mal nicht gut drauf ist, sollte sich die Bilder von Peter Angermann anschauen, ein Raum ist mit seinen Werken bestückt. Es ist selten, dass man so unaufdringlich Leichtes ausgestellt sieht. Und eine Ermunterung braucht, wer mit dem Aufsichtspersonal zu tun bekommt. Fremdpersonal, schweineteuer. Nun zeigt das Museum auch Tische, Stühle, Lampen, Regale, – Alltagsgegenstände für zu Hause. Oder Schubladenschränke, bei denen ich fälschlicherweise den Wunsch verspüre, nachzuschauen, ob was drinnen ist. Sofort, wie aus dem Nichts, baut sich ein Aufpasser neben einem auf und sagt freundlich, aber bestimmt: „Bitte nicht anfassen.“ Und dann kommt der schreckliche Zusatz: „Schließlich sind wir ein Museum.“ Das war jetzt so und auch bei meinem letzten Besuch, anderes Schränkchen, anderer Aufpasser. Also kein persönlicher Ausrutscher, das ist Schulung. Ein Museum ist, wo man nichts anfassen darf.

Liebe Macher des Neuen Museums, bringt doch bitte ein paar Schildchen an „Bitte die Exponate nicht berühren“, dass man so etwas nicht hören muss. Liebe Besucher, wenn’s
trotzdem passiert, gehen Sie in den Saal mit Peter Angermann. Das hilft. Abstand halten!

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